| Pressemitteilung shz, 19.01.2010 |
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Soroptimist International Präsidentin für 5660 Frauen in Deutschland 19. Januar 2010 | Von Christine Reimers Sie steht an der Spitze von Soroptimist International in Deutschland: Sibylle Lindenberg leitet einen riesigen - wenngleich wenig bekannten - Service-Club. Weltweiter Einsatz von Frauen für Frauen: Dr. Sibylle Lindenberg mit einem Tuch, das Club-Schwestern in Benin (Afrika) gefertigt haben. "Ich bin eine politische Präsidentin", bringt es Sibylle Lindenberg auf den Punkt. Die 69-Jährige aus Glückstadt (Kreis Steinburg) hat seit kurzem das höchste Amt von Soroptimist International in Deutschland inne. Ein Service-Club, der 1921 in Amerika gegründet wurde, 1930 erstmals in Deutschland und heute in 125 Ländern weltweit vertreten ist. Viele tausende berufstätige Frauen haben sich weltweit in Clubs vernetzt. Doch kaum einer kennt die Soroptimisten. Der Name leitet sich vom lateinischen "sorores optimae" ab und heißt übersetzt "Frauen, die das Beste wollen". Dabei sind sie aktiv wie Rotary und Lions, manche Strukturen ähneln sich. Diskussion und aktive Hilfe per Netzwerk Die ehemalige Chefärztin des Glückstädter Krankenhauses will die Soroptimisten besser bekannt machen. "Ich habe die mangelnde Öffentlichkeitsarbeit schon immer beklagt. Was wir in die Politik hineinbringen, verdient öffentlich wahrgenommen zu werden." Die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen ist ein wesentlicher Bestandteil. "Das ist in der Politik bereits angekommen." Ob Familie und Beruf, Integration oder Wasserknappheit. Die Frauen haben sich mit diesen Themen bereits auseinander gesetzt, als sie in der Öffentlichkeit noch nicht populär waren. Manche Themen sind lokal, manche werden europaweit diskutiert, andere weltweit. Und es wird aktiv Hilfe geleistet. "Wir arbeiten immer zusammen mit Clubs vor Ort" Ein Thema fand weltweit Beachtung: die Genital-Verstümmelungen von Frauen in Afrika. Soroptimist vermittelte vielen Beschneiderinnen andere Berufe unter dem Motto: Legt die Rasierklinge weg. "Wir arbeiten immer zusammen mit Clubs vor Ort", sagt Lindenberg. Ein anderes Beispiel: In Deutschland unterstützen Frauen in leitenden Funktionen junge Frauen, die Karriere machen wollen. Europaweit steht zurzeit das Thema Wasser im Vordergrund. Heute sind 90.000 Frauen in 3160 Clubs organisiert Sibylle Lindenberg war von je her eine emanzipierte Frau. Sie wuchs in Berlin und später in Freiburg auf. Nach dem Abitur hatte die Enkelin eines Schriftstellers zwei Berufswünsche: Journalistin und Ärztin. Sie entschied sich für die Medizin. "Ich komme aus einer Arztfamilie." Und sie war erfolgreich in ihrem Beruf, 1982 wurde sie die erste Chefärztin eines Krankenhauses in Schleswig-Holstein. Politisch war sie schon seit ihrer Schulzeit interessiert. 1994 wurde sie für die SPD Stadtvertreterin in Glückstadt. Vier Jahre zuvor hatte sie bereits den ersten Club der Soroptimisten in der Elbestadt gegründet. Die Festrede hielt die damalige Frauenministerin Gisela Böhrk. Zu Gast waren Frauen aus Norwegen, Frankreich und Dänemark. Dies hat Tradition, wenn sich ein neuer Club gründet. Denn internationale Kontakte sind ein besonderes Merkmal. Die Soroptimisten sind überparteilich und konfessionsunabhängig. "Wir waren damals der 70. Club in Deutschland, heute sind es 193." Mit 5660 Mitgliedern. Weltweit sind 90.000 Frauen in 3160 Clubs organisiert. Deutschland ist nach Amerika die größte Union. Lindenberg: "Unsere Stimme zählt." Lindenberg reizen "hochaktuelle" Themen Clubs in ihrer Gründung zu begleiten, ist ein Thema der neuen Präsidentin, die auf zwei Jahre gewählt ist. Doch die Aufgaben sind vielfältig, die Glückstädterin muss viel reisen - vom Besuch des Weltkongresses 2011 in Montreal, über Vorstandssitzungen, Vorträge bis zum Bundes-Delegiertentreffen. Letzteres wird in diesem Frühjahr in Elmshorn (Kreis Pinneberg) auf Initiative der neuen Präsidentin ausgerichtet. 500 Frauen aus Deutschland werden in der Nordakademie erwartet. Lindenberg persönlich reizen die Themen, die "hochaktuell" sind. "Sie werden alle vier Jahre auf Weltebene festgelegt." Jeder Beruf ist nur einmal vertreten Die Frauen in den Clubs, in denen jeder Beruf nur einmal vertreten ist, treffen sich einmal im Monat. Es werden Vorträge gehalten und Aktionen vor Ort besprochen. Häufig wird sehr eng mit Rotary, Lions, Round Tabel und anderen Clubs zusammengearbeitet. In Kiel zum Beispiel mit Zontas, deren prominente Vertreterin die ehemalige Ministerpräsidentin Heide Simonis ist. Auf eines legt die neue Präsidentin Wert: "Wir sind kein karitativer Verein." Doch wenn Not ist, wird geholfen. Zurzeit sammelt sie mit der Fernsehjournalistin Gundula Gause Geld für die Opfer in Haiti. Es ist eine gemeinsame Aktion der Soroptimisten mit HelpAge. Internet: www.soroptimist.de
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